Wie wird man SEO?

SEO steht für Search Engine Optimization. Personen, die sich mit dem Thema befassen, nennen sich gerne Search Engine Optimizer. Wie wird man also zum SEO? Kann man das Thema Optimierung überhaupt so stark eingrenzen? Hier ein kleiner persönlicher Erfahrungsbericht von Philip Hoevels.

Als Internet „Süchtiger“ habe ich mich seit den Anfängen des Webs für dieses Terrain interessiert. Ich habe die dotcom-Blase miterlebt. Ich habe viel ausprobiert (early adopter). Techniken kommen und gehen. Beispiel WAP: Wer kennt noch das wireless application protocol? Ein zentrales Thema bleibt (zumindest bisher…). Die eigene Website.

Ich habe dem Browser-Kampf zwischen Netscape und Internet Explorer miterlebt, habe Websites komplett mit Flash erstellt und mich des Öfteren über die Unzulänglichkeiten diverser Browser aufgeregt. SelfHTML war meine Bibel, dazu noch netplanet.org.

Mich hat schon immer die technische Seite des Webs interessiert. Ich wollte „schöne“ Webseiten erstellen. Nach den Regeln der W3C-Kunst. Die strikte Trennung von Struktur und Design. Modernes Webdesign. Nur finden sich im Web nicht nur moderne Browser…

Somit habe ich seit Anfang an im Sinne von SEO gearbeitet, außer bei Flash-Websites. Mir ist bis heute unerklärlich, wieso derart viele Webseiten auf die bereitgestellten Struktur-Möglichkeiten von HTML nicht zurückgreifen. Wofür gibt es denn die logische Formatierung? Doch nicht (nur) für Suchmaschinen!

Ich bin ein Fan von SEOmoz, Mashable, konversionsKRAFT und vielen weiteren, wichtigen Webseiten rund um das Thema Webseitenerstellung und Optimierung. Es gibt so viele hervorragende Quellen im Web. Die Schätze müssen nur gehoben werden.

Mich nerven diejenigen, die unter SEO eigentlich nur Linkaufbau verstehen. Oder mit SEO immer wieder versuchen Google und die User auszutricksen. Ich mag ein Narr sein, aber ich zähle auf Google, dass diese Suchmaschine einen Weg findet, um alle wertlosen Webseiten zu verbannen. Ab in die Unsichtbarkeit. Und ich zähle auf Benutzer, die gute Inhalte wertschätzen, und dafür sorgen, es in die Welt zu tragen. Online wie offline.

SEO ist vielschichtig

SEO darf nicht zu eng gefasst werden. SEO ist zum einen eine Teildisziplin im Online Marketing, zum Anderen Knotenpunkt für alle Aktivitäten im Web. Es greift tief in die Struktur der Webseiten ein. SEO stellt Rahmenbedingungen für Inhalte zur Verfügung.

SEO greift in viele Bereiche ein. SEO darf nicht als Stiefkind betrachtet werden. Es geht um das Gesamtbild. SEO muss tief im Projekt verankert werden. Opinion Leadership hat vor einiger Zeit einen lesenswerten Artikel zum Thema SEO Fehler in Großprojekten verfasst.

Ich erlebe es immer wieder, dass das Thema SEO nur am Rande einbezogen wird. „Das integrieren wir, wenn die Website steht“. So ein pardon bullsh**. Navigation, Informationsarchitektur, technische Basis, und und und. Überall ist SEO mitzudenken.

SEO allein reicht nicht

SEO steht an sich für die Suchmaschinenoptimierung. Dabei geht es aber in erster Linie um die Optimierung der Inhalte, damit Suchmaschinen die Qualität und die Relevanz des Inhalts für passende Suchanfragen bestimmen können. Es geht den Suchmaschinen darum, möglichst perfekte Ergebnisse für Ihre Kunden zu präsentieren.

Ohne auf Kunden oder potenziellen Kunden zugeschnittene Inhalte und Funktionen brauchen Sie keine Optimierung starten. Es sei denn, Sie zählen sich zum Kreis der Spammer…

Denken Sie im Sinne Ihrer Kunden, und im Sinne von Google. Google zeigt immer wieder, wie wichtig Qualität ist. Nicht erst seit Farmer, Panda und Co. Ich kann nur hoffen, dass Google diesen Weg erfolgreich weiter beschreitet. Es gibt zu viel Müll qualitätsarme Webseiten im Web.

Und hier liegt auch der Hund begraben. Die Qualität. Woran bemisst Google das? Geht das überhaupt auf rein mathematischer Basis? Das muss Google beantworten. In jedem Fall darf SEO nur die Weichen stellen, sich aber inhaltlich und optisch nicht derart in den Vordergrund drängen, dass der Inhalt darunter leidet. Sonst geht der Schuss nach hinten los.

(Web)Design – Usability – SEO: Das magische Dreieck

Jede einzelne Webseite muss bestimmte Kriterien erfüllen. Es sind Kriterien aus dem Bereich Inhaltsqualität, Übersichtlichkeit der Bedienung und Auffindbarkeit über Suchdienste. SEO ist dabei nur ein Teilaspekt. Aber SEO bildet das technische Fundament.

Am Anfang meiner Webdesigner Tätigkeit gab es kein Google. Dafür gab es Yahoo, Altavista, Exite und Co. Schon seit Beginn gab es Suchdienste. SEO ist kein neues Thema. 1994 wurde auch schon Optimierung betrieben, wenn auch in einer leicht anderen Form.

SEO kann die Initialzündung bedeuten. Den Weg ebnen. Dann müssen (oder sollten) die Inhalte für sich sprechen. Anziehung. Magnet. Sichtbarkeit. Traffic. Den weiteren Verlauf bestimmen im großen Maße Ihre Besucher. Diejenigen, die bereit sind ein digitales word of mouth zu betreiben. Das Web lebt von Empfehlungen.

Sehen Sie Ihre Arbeit wie ein Gärtner. Sie ziehen eine Pflanze heran. Sie sorgen dafür, dass sich gute und viele Wurzeln bilden. Sie helfen der Pflanze in der Anfangsphase sich zu entwickeln, zu wachsen. Diese Metapher ließe sich noch (fast) endlos weiterspinnen.

Der Mensch ist ein visuelles Wesen. Wahrnehmung. Optik ist die halbe Miete. Usability sorgt für den Rest. Die Technik ist Ihrem Besucher egal! User Experience (UX). Sorgen Sie für ein Nutzererlebnis.

SEO – die Königsdisziplin im Hintergrund

Form follows function. SEO darf sich nicht zu sehr in den Vordergrund spielen. Der Besucher interessiert sich nicht für diese Thematik. Ähnlich ergeht es Programmieren. Sie können den noch ach so tollen Code erstellen: Wenn die User Experience (Design, Usability) nicht passt, wird es ein Flop.

Über Philip Hoevels

Ich möchte und kann mich nicht auf SEO reduzieren (lassen). Mich interessiert der gesamte Prozess. Die Ereigniskette. Die Konzeption und die Umsetzung. Der Kreislauf aus Bereitstellung, Überprüfung und Korrektur. Bis hin zu Social Media, Social SEO.

Hauptberuflich bin ich Dozent an der Akademie der Wildner AG in München mit den Themen professionelles Webdesign, Online Marketing und Social Media. Zudem bin ich für die Webseiten der Akademie zuständig. Zurzeit arbeite ich in meiner spärlichen „Freizeit“ an dem Relaunch/Redesign der Website von tragwerk® Kinderkleidung (Online-Shop).

Ich würde mich freuen, eure Meinung zum Thema SEO zu hören.

Veröffentlicht von

Philip Hoevels

Akademieleitung Wildner AG Qualitätsmanagement Online Marketing

3 Gedanken zu „Wie wird man SEO?“

  1. Aus SEO wird angeblich Social Media Optimisation (SMO) habe ich soeben in einem Artikel gelesen. EMPFEHLUNGEN, also Weiterleitung von Hyperlinks an Freunde sollen bei Google höhere Gewichtung im Ranking bekommen (gefällt mir- Button, Xing, Twitter) als „reine“ links. Insbesondere de Ausblick auf die Tatsache, dass Empfehlungen/Weiterleitungen von prominenten Empfehlern (z.B. mit einem großen „Freundeskreis“)stärker bewertet werden sollen als weniger reichweitenstarke Empfehlungen Im Prinzip nicht neu – wie wir ja in der Ausbildung gelernt haben. Verlinkung und Vernetzung sind ja entscheidende Faktoren in der SEO und dass sich die „Qualitätsmessung“ der Vernetzung verfeinert, liegt doch in der „Natur“ der Sache Ich frage mich, ob man diesen neuen Begriff von SMO dazu nun wirklich braucht und ob er relevant ist?

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