Unternehmen im Sog von Social Media

Social Media. Kaum ein anderer Begriff wird aktuell derart stark gepusht. Wir brauchen eine neue Firmenphilosophie. Einen neuen Typ Mitarbeiter. Ein echtes Team. Mitarbeiter, die an die Firma, die Dienstleistung, das Produkt glauben. Und – Medienkompetenz.

Was ist dran am Social Media Hype für Unternehmen?

Auf der einen Seite erwarten Unternehmen von Social Media wahre Wunder. Es wird massiv Geld für diese Sparte ausgegeben. Die Budgets der Firmen werden jährlich erhöht. Zurückhaltung kann nicht erkannt werden. Wir gehen auf’s Ganze. Anstatt Social Media in kleinen Schritten voranzubringen.

Auf der anderen Seite betreiben die Unternehmen selten Social Media Monitoring. Sie wissen also kaum, was eigentlich in der Social Media Welt passiert. Das ist erschreckend. Es wird bereits geredet. Kommunikation findet statt. Ist es Unvermögen, oder wollen die Unternehmen keinen so genauen Blick riskieren?

Social Media Kampagnen werden öfters nur als direkte Übertragung aus der offline Welt angesehen. Weit gefehlt. Dämliche Gewinnspiele mit null Kommunikation müssen ja fast nach hinten los gehen. Billige Köder werden enttarnt. Social Media ist wenig greifbar. Was Konkurrenten machen oder gemacht haben, muss nicht genauso für das eigene Unternehmen funktionieren.

Social Media – Zeitverschwendung oder Potenzial?

Forscher auf der ganzen Welt interessiert Social Media brennend. Kein Medium ist so schnell, offenbart so viel Menschliches. Also wird untersucht, gefragt, ermittelt. Mit unter Anderem kuriosen Ergebnissen, die sich oftmals wiedersprechen. Der Umgang mit Social Media ist sehr vielfältig.

Das Internet macht uns dumm. Crowd-Sourcing erhöht die Qualität. Twitter macht kreativer. Facebook stört nur die Arbeit. Social Media ist immer noch ein Wettbewerbsvorteil. Aha. Alles im Web nachzulesen ;-) Das alles macht uns auch nicht schlauer, ganz im Gegenteil: Teilweise werden nur unnötig Ängste geschürt.

Social Media: Unternehmen in der Zwickmühle

Umdenken ist gefragt. Social Media Strategie. Social Media Guidelines. Social Media Management. Social Media Marketing. Alles Begriffe um eine eigentlich undefinierbare Welt zu zähmen. Geht das denn?

Social Media – weitermachen wie bisher geht nicht

Unternehmen müssen aufhören, die offline-Welt direkt auf die online Welt zu übertragen. Unternehmen müssen sich der Tragweite Ihrer Aktionen bewusst werden. Spielen Sie doch mal ein Worst Case Szenario durch! Glauben Sie wirklich, dass alle Sie lieben? Jedes Medium benötigt ein eigenständiges Vorgehen und darauf zugeschnittene Inhalte. Alles in einen Topf zu werfen hilft nicht weiter.

Social Media Experte – gibt’s den eigentlich?

Kontroverse. Experte? Evangelist? Wer kann das von sich behaupten? Social Media ist zu komplex, zu weitläufig, zu irrational. Experte können Sie in der kurzen Zeit nicht sein. Außerdem gibt es keine geregelten Abläufe.

Addicted. Love. Passion. Das ja, das geht. Man kann viel Erfahrung sammeln. Sich etwas leichter in Social Media bewegen. Etwas lockerer mit dem Thema umgehen. Social Media ernst nehmen. Bestimmte Skills erwerben. Technik und Kommunikation – Medienkompetenz beweisen.

Unternehmen müssen Umdenken – Sonst wird es ein #Fail

Also. Wie geht es weiter? An zwei Stellen müssen Unternehmen umdenken. Und das wird nicht einfach. Social Media heißt die Kontrolle, die Sie eh nie hatten, bewusst zu verlieren, aber steuernd einzugreifen. Vorausschauend. Transparent. Mit Mut zu kalkuliertem Risiko. Aus den Fehlern (anderer) lernen. Kennen Sie das RAVIOLI-Prinzip? Relevance – Awareness – Value – Information – Organisation – Listen – Interaction.

Die ersten drei Begriffe beziehen sich auf das Unternehmen und dessen Produkte. Die folgenden drei Begriffe stellen das Verhalten in Social Media dar. Erst wenn alle Begriffe gelebt werden, kann die Interaktion stattfinden.

Geregelte Arbeitszeiten sind hier recht kontraproduktiv. Arroganz ablegen. Medienkompetenz beweisen. Stellen Sie sich darauf ein, dass Sie in Social Media eigentlich nicht erwünscht sind. Party pooper (Spielverderber). Kommunizieren Sie auf Augenhöhe, ohne sich anzubiedern.

 

Veröffentlicht von

Philip Hoevels

Akademieleitung Wildner AG Qualitätsmanagement Online Marketing

4 Gedanken zu „Unternehmen im Sog von Social Media“

  1. Danke für den Ansatz, ich hab das Thema bei mir im Blog auch mal aufgearbeitet. Trackback zu dir hat leider nicht geklappt!

  2. Hey Philip,
    danke für das Lob! Social Media vollkommen zu ignorieren halte ich ebenfalls für risikoreich.
    Das Buch klingt interessant, werde ich mal reinschauen.

  3. Danke Olaf,
    ihr seid ja auch sehr aktiv. Es enstehen sehr gute Artikel bei euch! Der schöne ROI in Social Media ist tatsächlich schwierig. In dem Buch Follow Me wird an einer Stelle von ROI=’Risk of Ignorance‘ gesprochen. Da ist etwas Wahres dran. Die Social Media Tragweite ist meiner Ansicht nach zu groß, als dass Unternehmen es sich leisten könnten das Thema wahlweise outzusourcen oder von Hilfskräften managen zu lassen.

  4. Hallo Philip,

    der Artikel gefällt mir gut. Besonders bei „Kontroverse. Experte? Evangelist? Wer kann das von sich behaupten? Social Media ist zu komplex, zu weitläufig, zu irrational. Experte können Sie in der kurzen Zeit nicht sein. Außerdem gibt es keine geregelten Abläufe.“ möchte ich Dir zustimmen.

    In Bezug auf die Social Media Experten finde ich es sehr interessant, dass es sich hier um ein Feld handelt, dass zunächst nur mehr Kosten verursacht. Mögliche Gewinne sind schwer messbar, so dass viele Unternehmen für den Bereich günstige Praktikanten oder studentische Aushilfen einstellen.

    Beste Grüße, Olaf

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