Über Content-Qualität, Werbung und die Passivität

Wie soll das was Sie lesen bezahlt werden? Wie sollen sich Online-Angebote finanzieren? Werbung? Bezahlschranken? Und was haben Sie als Leser damit zu tun? Es ist doch alles kostenlos verfügbar. Wirklich?

Online Werbung ist eine Krankheit. Die Werbewirkung ist leider unterirdisch. Weil die Akzeptanz von Werbung gering ist. Bezahlschranken haben sich auch nicht wirklich durchgesetzt. Die Netzgemeinde ist anscheinend zu knauserig. Da bleibt Werbung doch häufig das Mittel der Wahl der Monetarisierung. Aber leider ist es keine gute Wahl.

Die Rolle von Werbung im Content-Shock

Da Werbung wenig Ertrag verspricht, wird als Gegenmaßnahme häufig Content en masse produziert. Der berühmte Content-Shock hat auch mit der Werbeproblematik zu tun. Mehr Seiten, mehr Werbeflächen. Mehr Seiten, mehr Sichtkontakte. Darunter leidet sehr oft die Qualität der Inhalte. Masse statt Klasse.

content shock

Es gibt schon länger ernsthafte Tests, in denen Maschinen Texte verfassen. Das ist nicht nur arm, sondern auch krank. In der langen SEO-Vergangenheit gab es solche Versuche bereits. Article Spinning. War nie gut, wird es auch nicht werden.

Und wie wäre es dann mit einer neuen Darreichungsform von Werbung? Nennen wir es doch Sponsored Post oder besser noch: native advertising. Sorry, wir brauchen keine neue Verpackung für Werbung.

Internet-Nutzer mögen keine Werbung

Werbung wird immer öfter geblockt. Adblocker haben scheinbar Hochkonjunktur. Werbung wird oftmals nicht wahrgenommen (Stichwort Banner-Blindness). Selbst Google bemängelt zu viel Werbung auf Webseiten, und versucht die Werbeflächenflut mit diversen Quality-Updates (Panda-Update) einzudämmen, obwohl sich Google dabei ja auch ins eigene Fleisch schneidet, da Google fast nur über Werbung Geld verdient.

Aber wie bitte, soll das was Sie lesen bezahlt werden? Geld liegt bekanntlich nicht auf der Straße. In welcher Form könnten Leser bezahlen? Pay with a tweet? Pay with your soul?

Gibt es alternative Modelle? Es muss nicht immer Werbung sein!

Im Web gibt es viele gute Inhalte, ganz ohne Werbung. Warum gibt es das? Einige haben einfach Zeit & Lust, der Welt etwas zu erklären. Andere betreiben das professionell und zielen auf die Thematik Expertentum. Aber Werbung im Kontext von Expertentum wirkt billig und wertet ab.

An anderen Stellen wird das Geld verdient. Über Software, Bücher, Vorträge, Consulting oder auch über Seminare zum Beispiel. Für die Expertentum-Strategie werden wertvolle Inhalt benötigt. Zudem brauchen Anbieter einen langen Atem. Das rechnet sich nicht über Nacht. Es gibt durchaus gelungene Beispiele:

Die Gefahren der Passivität – Nutzer sind der Schlüssel

Das Mitmachweb stirbt. Wikipedia laufen die Autoren davon. Sie waren in den Anfangsstunden des Webs Konsument. Dann durften Sie als Prosument (Konsument + Produzent) auch mitmachen. Jetzt scheint die Passivität wieder zurückzukommen. Außer bei Trollen und Agitatoren vielleicht. Dabei können Sie helfen. Den Produzenten und auch der Netzgemeinde.

Lebe selber die Werte, von denen Du Dir wünschst, dass Sie vom Internet verbreitet werden.
New Clues (Deutsche Übersetzung) – Die neuen Thesen

Mitmachen? Klar!

Zum Beispiel mit Kommentaren in einem Blog. Hier wird leider des Öfteren nur auf den Backlink abgezielt, erkauft durch einen Kommentar. Immerhin helfen Sie der Seite etwas: Stichwort Freshness-Komponente für die Suchmaschinen. Indem Sie dem Blog Leben einhauchen.

sharing is caring

So viele wirklich wertvolle Inhalte versauern im Netz! Leider! Und warum? Weil die Inhalte nicht gefunden werden in dem ganzen Content-Müll. Natürlich muss jeder Content-Anbieter seine SEO-Hausaufgaben machen. Dazu noch die Optik bedenken, damit Inhalte gefällig wirken. Und die Initialzündung der Verbreitung kann der Inhaltsanbieter übernehmen, sofern soziale Netzwerke im Marketing-Repertoire verfügbar sind.

Dann aber wird der Inhalt auf die Welt losgelassen. In der Hoffnung auf Traffic, Interaktion und Verbreitung. Und genau hier sind Sie liebe Leser gefordert! Geben Sie sich einen Ruck und teilen diese wertvollen Inhalte: Auf Twitter, Facebook, XING, LinkedIn, Whatsapp und Co. Sie können sogar die gute alte E-Mail bemühen. Und ja, es kann etwas Zeit in Anspruch nehmen, insbesondere wenn es keine vorgefertigen Teilen-Buttons auf der Seite gibt. Aber ist das ein Problem? Macht es Ihnen zu viele Umstände?

Social Signals? Ja, durchaus relevant!

Wertvolle Inhalte zu entdecken ist auch die Aufgabe von Suchmaschinen. Nur beherrschen die Automaten diese Kunst noch nicht so recht. Wir Menschen können das (noch) viel besser! Maschinen horchen immer stärker auf das was im Netz geteilt wird. Sofern der Zugriff möglich ist. Noch hören uns die Maschinen zu. Weil Sie noch etwas von uns lernen müssen.

Versetzten Sie sich einfach mal in die Lage der Produzenten! Wie fühlt es sich an, wenn Ihre Inhalte, die Sie mit viel Zeit & Engagement, Wissen und Herzblut erschaffen haben, verpuffen? Perlen vor die Säue? Pech gehabt? Oder ist die Netzgemeinde nur zu dumm oder zu faul?

Werbefreie Angebote brauchen Ihre Unterstützung!

tl;dr (too long, didn’t read)

Öfters wird Wissen kostenlos angeboten. Und doch erhoffen sich die Verantwortlichen diese Investition an anderer Stelle zu monetarisieren. Das ist absolut legitim. Dabei spielen Sie als Leser ein wichtige Rolle: Als Multiplikator, als Botschafter! Lieber Leser: Teilen ist eine faire Form der Anerkennung. Es ist sogar ein probates Mittel, für kostenlose Inhalte zu zahlen. Indem Sie Ihre Gefolgschaft aktivieren. Wo auch immer. Machen Sie sich das immer wieder bewusst. Danke!

Veröffentlicht von

Philip Hoevels

Akademieleitung Wildner AG
Qualitätsmanagement
Online Marketing

3 Gedanken zu „Über Content-Qualität, Werbung und die Passivität“

  1. Ein wichtiger Artikel! Ich denke auch, dass die Qualität des Contents immer öfter auf der Strecke bleibt. Obwohl es ganz einfach ist, guten Content mit Werbung zu verbinden. Wenn man dem Leser einen echten Nutzen und eine Lösung seines Problems aufzeigt, ist er auch offen für Angebote, die ihm weiterhelfen.

  2. Danke für die interessanten Gedanken.

    Es ist schon irgendwie blöd, wenn man als Autor T-Shirts verkaufen muss, statt für das Schreiben bezahlt zu werden. Der Umweg über die Werbung war aber auch nie besser.

  3. Moin Moin,

    vielen Dank für diese gute Zusammenfassung, die ich über einen Twitterlink von Marc Ostermann von PR-Desk entdeckt habe.

    Herzliche Grüße aus Hamburg,
    Harriet Lemcke

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