Semantisches SEO – Es wird Zeit für LSO

SEO unterliegt einem ständigen Wandel. Inhalte-Anbieter müssen umdenken. Nicht erst mit dem Panda-Update von Google. Das Web 3.0 (semantisches Web) steht vor der Tür. Google bemüht sich seit Jahren die Qualität eines Dokuments zu erfassen. Google selbst hat erst kürzlich via Video mitgeteilt, dass der Google-Algorithmus über 500 Änderungen jährlich erfährt. Es ist an der Zeit umzudenken.

Semager - Webseiten Test | LSO

Screenshot vom Webseiten-Test Tool von Semager.de

Immer wieder wird diskutiert, ob die latent semantische Optimierung (LSO) eine aktuelle und erfolgversprechende SEO-Strategie ist – oder ob es sich dabei um ein Zukunftsthema handelt. Sofern man das Thema ganzheitlich betrachtet und seine übrigen Onpage-Maßnahmen in die Optimierung mit einbezieht, ist LSO durchaus eine erfolgversprechende Option.
Suchradar Ausgabe 21, 14. Dezember 2009

LSO Optimierungsgrad | semantisch optimieren

LSO – die latent semantische Optimierung zielt darauf den Content (Seiteninhalt) besser zu spezifizieren, zu schärfen. Auf welches Thema konzentriert sich das Dokument? Werden gängige Wörter des Umfelds verwendet? Wie scharf wird das Thema umrissen? Google verwendet seit Jahren die Technologien mit den Namen Latent Semantic Analysis (LSA) und Latent Semantic Indexing (LSI). Hier spielen verwandte Begriffe eine zentrale Rolle. Wortbeziehungen werden untersucht.

Semantik | Google ist noch nicht am Ziel

Google ist keine Antwort-Maschine (das wollte ja Wolfram Alpha sein). Wenn Sie eine Frage in Google eingeben, wird Google diese Frage in Zieldokumenten suchen und anzeigen. Wenn Sie Glück haben, ist auf diesem Dokument auch eine Antwort zu finden.

Theoretisch müsste Google die Natur der Suche verstehen. Die eigentliche Intension des Suchenden kennen. Je mehr Wörter ein Suchender eingibt, desto besser kann Google antworten. Das klingt logisch, hat sich aber noch nicht überall rumgesprochen. Immerhin sind mittlerweile mehr Google-Nutzer bereit, mehr Wörter bei der Suche zu verwenden. Fortschritte werden auch über die personalisierte Suche erkennbar. Zum Nachteil aller SEO-Fanatiker, die nicht mehr globale Rankings untersuchen können.

Aufwändige Rechenprozesse sind notwendig, um die Bedeutung eines Inhalts zu erfassen. Welche Wörter kommen im Text vor? In welcher Beziehung stehen wertige Begriffe untereinander? Beim Vergleich zwischen x Dokumenten muss Google Gemeinsamkeiten und Unterscheide gewichten. Die Rechenkapazität verbessert sich kontinuierlich. Alles spricht für die semantische Aufbereitung von Inhalten.

Onpage SEO – Gewinner des Panda-Updates 2011

Der semantischen Optimierung wird zu wenig Bedeutung geschenkt. Bei der Keyword-Recherche werden oftmals nur das Suchvolumen und der Wettbewerb durchleuchtet. Im Idealfall ergibt sich eine Nische, die dann mit reiner Keyword-Dichte belegt wird. Das reicht nicht mehr.

Auf Ihren Seiten (onpage) beginnt die Arbeit. Welche Begriffe verwendet Ihre Zielgruppe? Welche Interessen verfolgen Suchende?

Webdesign: eine kleine Wort-Wolke | Assoziationen

Eine kleine Wortwolke (Assoziationen) zum Thema Webdesign

Longtail – Erste Angriffsfläche für die semantische Optimierung

Rand Fishkin von SEOMoz predigt immer wieder die Relevanz des Longtails. Der Umfang der Suche wird sehr prägnant kategorisiert: fat head, chunky middle und longtail. Im longtail-Bereich können Sie schnell gute Erfolge erzielen. Langfristig werden Sie auch bei kürzeren, allgemeineren Suchanfragen profitieren.

Semantic SEO | Die Potentiale des Zusammenspiels erkennen

Verwenden Sie wichtige, themenrelevanten Wörter und Wortkombinationen, die einen Bezug zur Suche haben. Ihre Keyword-Recherche darf also a) nicht zu kurz und b) nicht zu oberflächlich ausfallen. Schauen Sie sich an, mit welchen Begriffskombinationen Besucher auf Ihre Seiten gelangen (Web-Analyse). Untersuchen Sie insbesondere, bei welchen Kombinationen Sie von Google (Google Webmaster Tools) angezeigt werden. Überdurchschnittliche Absprungraten (Web-Analyse) offenbaren Inhaltsmängel. Bediene ich meine Zielgruppe adäquat?

Wie kann eine Maschine Qualität erkennen?

Google will wenig verraten. Also werden allgemeine Empfehlungen für die Sicherstellung der Qualität ausgesprochen. Der Fragenkatalog wurde in der SEO-Szene oftmals belächelt. Google hat typisch amerikanische Formulierungen verwendet, die oftmals an die Ehre appellieren. Die Formulierungen ähneln stark den Google Richtlinien für Webmaster. Hier muss interpretiert werden. Das was zwischen den Zeilen steht zählt.

Erstellen Sie Seiten in erster Linie für Nutzer, nicht für Suchmaschinen.
Qualitätsrichtlinien -·Grundprinzipien

Semantik beginnt mit der HTML-Code-Struktur

Damals, Ende der 80er Jahre haben die Forscher am CERN das System HTML entwickelt. Dabei haben Sie nicht das Rad neu erfunden. Die Basis der Überlegungen zu HTML war SGML. Auch hatten die Entwickler um Tim Berners Lee keine Webdesigner im Sinn, als Sie die Regeln der Auszeichnungen festlegten. Mit den Jahren wurde HTML vielfach missbraucht, um optische Ergebnisse zu erzwingen. Die Idee von HTML wurde konterkariert. Erst mit der Einführung von CSS und die Möglichkeit Design und Inhalt zu trennen, haben sich einige Webseiten-Entwickler zunehmend der ursprünglichen Idee angenähert.

Mangelhafte semantische Qualität ist eher die Regel

Es ist immer wieder erschreckend, wie wenig sauberes HTML verwendet wird. Wir haben x SEO-Analysen durchgeführt. Das Ergebnis: Texte werden selten mehr als nur in Absätzen strukturiert. Dabei gibt es doch genügend HTML-Elemente, um Informationen zu strukturieren.

Verwenden Sie also HTML-Elemente für die logische und inhaltliche Auszeichnung von Information. Google, Microsoft und Yahoo! haben erst kürzlich weitere Möglichkeiten zur Auszeichnung von Inhalten unter schema.org vorgestellt.

Content Marketing und Wissensmangement

Wir leben in der Informationsgesellschaft. Zeitgleich sehen sich Nutzer mit einer Informationsflut konfrontiert. Immer mehr Meldung, immer weniger Informationsgehalt. Wenn Sie einen dauerhaften Eindruck hinterlassen möchten, sollten Sie sich von der Masse abheben.

Die Content-Aufbereitung ist der Schlüssel zum Erfolg. Diese Investition zahlt sich aus. Die Arbeit an der Informationsstruktur, an der inhaltlichen Qualität nimmt viel Zeit in Anspruch. Ihr Angebot wird sich aber wohltuend von anderen abheben können. Schärfen Sie Ihr Portfolio. Nutzen Sie vorhandene Daten (analog und digital), um Ihre avisierten Kunden adäquat zu bedienen.

Traffic alleine ist kein gewinnbringendes Ziel im Marketing. Conversion schon eher. Seien Sie anspruchsvoll – Ihre Kunden sind es auch. Aus Besuchern sollen Kunden werden. Finden Sie Ihren semantischen Raum.

Klasse statt Masse | Qualität wird in Zukunft noch stärker zählen

  • Das semantische Web kommt
  • Nutzer-Signale werden stärker gewichtet
  • Qualität setzt sich durch und wird verbreitet
  • Social Media | Das social Web fördert diese Entwicklung

Solange Google nicht in der Lage ist arme Qualität zu 100% zu erkennen, werden weiterhin inhaltlich weitgehend wertlose Dokumente erstellt, um Google zu düpieren. Das ist hoffentlich ein Auslaufmodell.

Interessante Quellen im Web zum Thema Semantik und SEO

Veröffentlicht von

Philip Hoevels

Akademieleitung Wildner AG Qualitätsmanagement Online Marketing

4 Gedanken zu „Semantisches SEO – Es wird Zeit für LSO“

  1. Wow, super Beitrag. Semager ist wirklich eines der besten SEO Tools für semantische Analysen, Keyword-Recherchen und mehr! Das Internet wird in Zukunft immer mehr den Synapsen-artigen Strukturen des Gehirns ähneln. Das wird sich sicher positiv auf die Qualität der Suchergebnisse auswirken!

  2. Sehr interessanter Artikel. Vielen Dank! Einige hier beschriebenen Zusammenhänge, vor allem die Bedeutung von HTML wird häufig als nicht so wichtig empfunden.

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