Praxistest Adobe Photoshop CS5 Teil2

Weiter geht es im zweiten Teil mit dem inhaltssensitiven Bereichsreparaturpinsel, dem Formgitter-Werkzeug und der neuen Funktionalität des Werkzeugs „Kante verbessern„.

Zuerst der inhaltssensitive Bereichsreparaturpinsel.

Das von alten Versionen bekannte Werkzeug „Bereichsreparaturpinsel“ hat zusätzlich die Option „inhaltssensitiv“ dazu bekommen. Wie bisher kann man über die Bereiche, die verbessert werden sollen, malen und Photoshop versucht nun die Bereiche so anzupassen, dass kein Übergang sichtbar ist.

Ideal ist so ein Werkzeug natürlich um Flecken z.B. Sensorflecken zu entfernen oder, wie von Adobe beworben, störende Elemente wie beispielsweise Leitungen aus einem Foto zu retuschieren.

Das wollen wir in der Praxis sehen. Ich habe hier ein Foto einer Kathedrale mit den unvermeidlichen Leitungen, die sich quer über das Bild ziehen.

Nach Auswahl des Bereichsreparaturpinsels wähle ich zusätzlich die Option „inhaltssensitiv„.

Nach Übermalen der störenden Oberleitungen erhalte ich folgendes Ergebnis.

Wie man sieht funktioniert es sehr gut im blauen Himmel. (rote Kringel) Wirklich enttäuschend sobald auch nur die geringste Struktur auftritt. (grüne Kringel). Natürlich bin ich nicht so naiv zu glauben, dass Photoshop die Fassade rekonstruieren könnte, aber eine Wolke sollte schon noch zu schaffen sein.

Fazit: für lokal begrenzte Störungen auf einheitlichem oder sehr unruhigem Hintergrund gut nutzbar. Für größere Flächen oder höhere Qualitätsansprüche eher unbrauchbar

Als nächstes sehen wir uns das Formgitter-Werkzeug an.

Da entdecken wir einen alten Bekannten, zumindest wenn man Adobe After-Effects kennt. Dort heißt das Werkzeug auf Deutsch „Marionetten-Werkzeug“ und auf Englisch „Puppet-Tool„.

Es funktioniert auch genau wie in After Effects. Als erstes benötigt man ein freigestelltes Motiv. Ich wähle hier die berühmte Ente.

Dann wählt man aus dem „Bearbeiten”-Menü das Werkzeug „Formgitter”. Klickt auf das freigestellte Motiv, um das Gitter anzeigen zu lassen und klickt einige Punkte in das Gitter, die für die Verzerrung (im Kopfbereich) oder als Begrenzung für die Verzerrung (im Halsbereich) verwendet werden.

Diese gesetzten Punkte können dann verschoben werden und das Gitter samt Motiv wird entsprechend verzerrt.

Das funktioniert bei hochauflösenden Bildern recht gut und mit ein wenig zusätzlicher Retusche kann dieses Werkzeug recht hilfreich sein.

Als drittes Werkzeug für heute nehme ich mir die neue Funktionalität der Option „Kante verbessern” im Auswahlmenü vor.

Das Werkzeug verspricht eine bessere und schnellere Methode des Freistellens vor allem von komplexeren filigraneren Objekten, wie z.B. Haar, Fell etc.

Ich verwende dafür das Bild einer Katze.

Ich wähle den Hintergrund grob mit der Bereichsauswahl aus und wähle dann im Menü „Auswahl” die Funktion „Kante verbessern”.

Es öffnet sich ein kleines Bedienfenster mit verschiedenen Optionen:

Dort kann man einstellen, wie man die Auswahl, die man gerade bearbeitet sehen möchte. Je nach Motiv findet sich in der Regel eine geeignete Darstellung.
Wichtig ist die Option „Kantenerkennung”: hier stellt man den Radius ein in dessen Bereich Photoshop das Motiv erkennen soll. Die Zusatzoption „Smartradius” ermöglichst es Photoshop den Bereich je nach Bedarf zu erweitern oder zu verringern. Den Rest kann man selbst verbessern indem man die Kante weiter malt oder mit gedrückter Alt-Taste verkleinert. Es ist sinnvoll die Kante ein- und das Original auszublenden.

Von der Kante sollte der gesamte kritische Bereich erfasst sein.

Photoshop berechnet jetzt in der Kante was zum Motiv gehört und was nicht.
Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen.

Bei meinem allerersten Test hat das Werkzeug nicht so gut funktioniert, es scheint auch am Motiv selbst zu liegen, ob Photoshop die Auswahl gut errechnen kann. Hier klappt es wirklich hervorragend.
Ich habe dieses Motiv gewählt, weil es sich dem bisherigen Werkzeug „Extrahieren„, das bis zur Version CS3 in den Filtern zu finden war und in der CS4 auf die InstallationsDVD verbannt wurde, verweigert hat. Ich hatte den Verdacht, dass Adobe den „Extrahieren“-Filter, der nie richtig funktioniert hatte, neu verpackt hat. Das hat sich nicht bestätigt. Tatsächlich arbeitet „Kante verbessern“ bei einer großen Anzahl von Motiven schnell und zuverlässig.

Im dritten Teil sehe ich mir die neuen Malpinsel, die erweiterten 3D-Funktionen und die Objektivkorrektur an. Besonders letztere erscheint sehr vielversprechend.

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