Praxistest Adobe Photoshop CS5 Teil1

Dieses Wochenende war es endlich soweit: die Creative Suite in ihrer fünften Version wurde in Deutsch auf Adobe.com zur Verfügung gestellt.
Eine Demo kann hier heruntergeladen werden.
Natürlich interessieren die neuen Funktionen am meisten. Dennoch erst einmal ein erster Eindruck: Photoshop CS5 auf dem Mac ist wirklich spürbar schneller und fühlt sich gut an. Das gelegentlich zähe Gefühl wie bei der CS4 ist verschwunden.
Allerdings hatte ich beim allerersten Testlauf einen ziemlich heftigen Absturz, den ich aber bisher nicht reproduzieren konnte. Photoshop reagierte nach Aufrufen des Textwerkzeugs gar nicht mehr. Auch das erzwungene Beenden der Programms erwies sich als langwieriger als üblich. Geschätzte fünf Minuten hat das Beenden von Photoshop gedauert. Wie gesagt ist dieses Phänomen bislang nur einmal aufgetreten und ließ sich nicht wiederholen.
Weniger gut gefallen hat mir, dass die gewohnten Tastaturkürzel für das Vergrößern und Verkleinern von Werkzeugspitzen nach wie vor nicht funktionieren, bzw. sie wurden ersetzt. Unter Windows: Alt-Taste plus rechts-Mausklick; unter MacOS: Wahl-und Ctrl-Taste und Links-Mausklick plus (für beide Systeme) Ziehen nach links bzw. rechts, um die Größe einzustellen und nach oben, bzw. unten, um die Härte einzustellen. So wie es in der CS4 auch schon funktioniert hat.

An sich nicht unpraktisch, dennoch ist es verwunderlich, dass zumindest einer der gewohnten klassischen Tastaturbefehle zum Skalieren der Werkzeugspitze nach wie vor funktioniert: Shift-Taste und Hochkomma zum Verkleinern geht. Shift-Taste und „ö” zum Vergrößern hingegen nicht.
Die Neuerung besteht also darin die klassischen Befehle in der neuen Hilfe nicht mehr zu erwähnen.
In InDesign scheinen übrigens einige Befehle zu den Umbrüchen durcheinander gekommen zu sein. Dazu dann mehr in meinem InDesign-Test.

Langsam frage ich mich wirklich was an den den Tastaturkürzeln derart kompliziert ist, dass Adobe das nicht mehr in den Griff bekommt. Das Thema verfolgt uns jetzt schon seit der CS3!
Doch nun zur ersten neuen Funktion: Content Aware Fill auf Deutsch: Inhaltssensitiv Füllen.

Wer hat denn den Begriff übersetzt? Erstens ist „sensitiv” nicht deutsch und zweitens in diesem Zusammenhang Unsinn. Gemeint war wohl „Beim Füllen Inhalt berücksichtigen“. Denn genau das verspricht die Funktion: beim Füllen eines Bereichs wird der fehlende Bildteil durch einen zum Rest des Bildes passenden Teil ergänzt. Das wollte ich natürlich sehen.

Das ist das Bild das ich bearbeiten möchte:
(auf die Bilder klicken vergrößert die Ansicht)

Ich möchte den Mülleimer neben der Bank verschwinden lassen und habe ihn zu diesem Zweck mit dem Magnetlasso ausgewählt.

Also nächstes wähle ich aus dem Menü „Bearbeiten“ die Option „Fläche füllen“ und zwar mit der neuen Zusatzoption „Inhaltssensitiv“.

Und siehe da: der Mülleimer ist weg:

Auf den ersten Blick sieht das ziemlich gut aus.

Also schauen wir uns das mal etwas näher an:

Wie man sieht kopiert Photoshop in den zu füllenden Bereich relativ willkürlich Teile der Umgebung.

Ich habe das hier noch mal verdeutlicht:

In diesem Fall sieht das recht brauchbar aus, weil es in dem unruhigen Umfeld kaum auffällt.

Es kann aber auch ziemlich schlimm aussehen:

Auch hier sieht man gut, dass Photoshop CS5 aus dem Umfeld ziemlich große Strukturen kopiert und neu in der zu retuschierenden Stelle mit meist schräg verlaufenden Überblendungen einsetzt. Dieses Verfahren funktioniert eigentlich nur dann gut, wenn die Strukturen sehr regelmäßig und sehr einfach sind. Sobald es etwas komplexer wird, kann man die Funktion komplett vergessen.
Hier ein Beispiel wo es funktioniert:

Allerdings würden in solchen Fällen die klassischen Werkzeuge „Reparaturpinsel“ und „Ausbessern“ ebenfalls problemlos funktionieren und wären keineswegs langsamer.

Im 2. Teil widme ich mich dem inhaltssensitiven Bereichsreparaturpinsel, dem Formgitter-Werkzeug und der neuen Funktionalität des Befehls „Kante verbessern“.

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