offpage: SEO in fremden Gefilden

Die Optimierung für gute Positionen in Ergebnisseiten der Suchmaschinen (SEO) besteht aus zwei Bereichen: onpage und offpage. Wie die Begriffe es schon vermuten lassen, zählen alle Maßnahmen auf den eigenen Webseiten und auf der eigenen Domain zum Bereich onpage SEO. Alles außerhalb wird als offpage SEO bezeichnet: Backlink-Aufbau? Lohnt sich das noch?

Onpage und offpage bilden eine Einheit. Ohne A kein B. Offpage SEO hat einen starken Einfluss auf das Ranking. Teilweise einen zu starken Einfluss – das will Google ändern. Und ist eigentlich schon dabei: Das Panda-Update steht vor der Tür. Google möchte mehr die inhaltliche Qualität bewerten. Dazu müssen Sie auch tatsächlich relevanten und interessanten Content bieten. Klingt komisch – ist aber so ;-)

Backlinks – Das Salz in der SEO Suppe

Verweise auf die eigene Website: Backlinks. Im Grunde genommen zielen fast alle offpage Aktivitäten auf die Erzielung von Backlinks. Egal ob Sie einen Eintrag im DMOZ-Verzeichnis beantragen, oder sich bemühen, einen Wikipedia-Artikel zu schrieben, oder zumindest eine Wikipedia-Referenz zu erhalten. Bei allen Aktivitäten geht es um die Erhöhung der Sichtbarkeit ihres Angebots. Das Ziel: den Grad der Vernetzung zu erhöhen. Mehr Möglichkeiten schaffen, um auf das eigene Angebot zu gelangen.

Alle Aktivitäten im Linkaufbau benötigen Zeit. Und Sie sollten immer auf eine gute Mischung der Backlink-Arten achten. Konkret bedeutet dies, dass es nicht besonders schlau wäre sich eine Woche Zeit zu nehmen, um alle wichtigen Verzeichnisse bzw. Kataloge abzuarbeiten. Böser Fehler. Google schaut in dem Bereich mehr als genau hin! Achten Sie auf ein möglichst natürliches Wachstum der Verlinkung. Bunt mischen heißt die Devise. Backlinks kaufen? Lieber nicht! Prof. Dr. Mario Fischer (Website Boosting) hat vor zwei Jahren eine sehr interessante Präsentation zum Thema Backlinks erstellt. Google wird seit der Zeit noch einiges dazugelernt haben.

Backlinks - offpage SEO
Böööhze Links – Wie Suchmaschinen die Gumminudeln in der Linksuppe finden …

Ein paar Möglichkeiten für die Gewinnung von Backlinks

  • Perfekter Inhalt, der sich viral verbreitet: Linkbait
  • Eintrag in DMOZ
  • Wikipedia Artikel oder Referenz
  • Eintrag in Google Places
  • Eintrag in Verzeichnisse und Kataloge
  • Brachen- und Städteverzeichnisse
  • Social Media Engagement
  • Blog Kommentare
  • Foren Beiträge
  • Direkte Backlink Anfragen
  • Backlink Analyse der Konkurrenz

Backlink Aufbau, Abfrage und Monitoring

Backlink-Abfrage Tools gibt es im Web wie Sand am Meer. Kein Tool ist in der Lage alle Backlinks zu zeigen. In Fachkreisen ist der Yahoo Site Explorer sehr beliebt. Mit dem Zusammenschluss von Yahoo und Microsoft (Yahoo liefert Bing-Ergebnisse) ist die Zukunft des Tools unsicher. Wahrscheinlich wird die Abfragemöglichkeit eingestellt. Yahoo empfiehlt inzwischen das Bing Webmaster Center. In jedem Fall sollten die Google Webmaster Tools verwendet werden. Google verrät hier längst nicht alles, aber deutlich mehr als über die banale Google-Abfrage!

Seit Ende 2009 hat sich der Opensite Explorer von SEOmoz als sehr spannendes Tool erwiesen. Dabei ist ein SEOmoz Pro Account notwendig, um ungekürzte Informationen zu erhalten. Bei dem aktuellen Dollar-Kurs sind die Kosten von 99 Dollar pro Monat (die ersten 30 Tage sind kostenlos) gut investiert. Der Opensite Explorer ist ja nur ein kleiner Baustein des Accounts.

Für die Überwachung der Effizienz der Backlinks können Sie bei kleinen Websites durchaus Excel verwenden. Dazu Daten aus der Webanalyse verwerten. Das wird aber schnell allzu mühsam. Hier könnte das Tool mit dem Namen linkbird helfen. "linkbird ist das perfekte Tool, wenn Sie Ihren Linkaufbau effizienter und professioneller gestalten möchten – mehr Links, mehr Zeit, mehr Ersparnis." (Eigenwerbung auf der Website linkbird.de). Ich werde dieses Tool genauer unter die Lupe nehmen und darüber berichten.

Backlinks aus Katalogen und Verzeichnissen werden eher selten wahrgenommen. Auch über das DMOZ-Verzeichnis werden kaum Besucher auf Ihre Website gelangen. DMOZ ist sehr wählerisch. Google sieht es also eher als eine Art Auszeichnung an, wenn Sie dort geführt werden. Es muss nicht immer ein Link sein: Google erkennt auch nicht verlinkte Domain-Nennungen, Nennungen Ihrer Marke und Produkte und Dienstleistungen im Umfeld. Google berechnet auch die notwendigen Wege/Klicks von einer Autorität bis zu Ihren Seiten. Je näher Sie sich an themenrelevanten Bigplayer befinden, desto stärker profitieren Sie von dieser Konstellation.

"Gute Links kommen nicht von selbst"

So zumindest lautet das Claim von linkbuildingblog.de. In Teilen ist das sicherlich so. Hier und da muss man nachhelfen. Das hat auch damit zu tun, dass Links immer seltener freiwillig gesetzt werden. Das ganze System ist schnelllebig. Keiner möchte hochwertigen Content erstellen, und dann einfach auf die Kundschaft warten, oder? Ohne Geben kein Nehmen. Klinken Sie sich nur ein, wenn Sie tatsächlich etwas zu sagen haben. Beitragen. Konstruktiv. Es geht im Grunde genommen darum, Duftmarken zu hinterlassen. Ein Netzwerk aufzubauen. So steigern Sie Ihre Reputation nachhaltig.

Veröffentlicht von

Philip Hoevels

Akademieleitung Wildner AG Qualitätsmanagement Online Marketing

4 Gedanken zu „offpage: SEO in fremden Gefilden“

  1. Hallo Sebastian,

    danke für Deinen Post und das Lob zu meinen Tools.

    mit dem neuen QBL, der letzte Woche rausgekommen sind, bieten wir glaube ich
    jedem etwas – bei einem Preis von EUR 19 – würde mich über Dein Feedback dazu freuen!

    VG aus dem eisigen Wien
    Christoph

  2. Meine Erfahrungen sind viel zu komplex und umfangreich, als das man diese in einem Kommentar zusammentragen könnte. Wer wissen möchte, wie die Tools im einzelnen funktionieren und für welchen Einsatzzweck diese geeignet sind, hat Cristoph Cemper bereits für jedes „Sub-Tool“ einen eigenes Video + Einführungstext erstellt, die wirklich sehr anschaulich sind und prima erkläutern, welches Potenzial in welchem Tool steckt.

    Grundlage für eine wirklich erfolgreiche Arbeit ist hierbei idealerweise ein kleines Team, wo ein fähiger SEO die Qualität der potentiellen Linkquelle(n) auf Grundlage der Ergebnisse aus dem Tool noch ein Mal manuell evaluiert und diese danach entsprechend prorisiert dokumentiert. Anschließend kümmern sich Kommunikationskünstler a.k.a. talentierte Linkbuilder um die Akquise der vom SEO vorgeschlagenen Links, die dieser mit Hilfe des Tools in sehr viel weniger Zeit identifiziert hat, als es manuell möglich wäre…

    … ein Problem besteht jedoch: Sollten irgendwann alle Wettbewerber innerhalb einer Google Top 30 zu einem bestimmten Keyword mit diesem Tool arbeiten, dann ist der Vorteil dank des überragenden Erkenntniswerts dieses Tools wieder stark eingeschränkt ;-)

  3. Hi Philip,

    Das absolute „Knaller“-Tool unter den Linkanalyse-Werkzeugen sind die „Link Research Tools“ von Cemper. Ein sehr mächtiges Datenaggregations-Tool, dass für den privaten Hausgebrauch allerdings A) zu teuer und B) zu umfangreich und komplex ist.

    Für Unternehmenslösungen mit einem Inhouse-SEO bieten sich die 149€/ Mt. aber in jedem Fall ab. Die Arbeit nimmt das Tool einem dennoch nicht ab; man muss daher auch mit den Informationen aus dem Tool mit ein Verständnis von der Materie, Erfahrung und Menschenverstand vorgehen und v.a. die Akquise der Links immer noch aufwändig durchführen.

    Gruß,
    Sebastian

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.