Google Analytics | Gut oder böse? Eine Bestandsaufnahme

Google Analytics genießt keinen besonders guten Ruf im Web. Dabei verwenden 10 Millionen Websites Google Analytics. Das Programm wird immer wieder in Punkto Datenschutz angegriffen. Mit einem geschätzten Marktanteil von über 80% in der Web-Analyse-Landschaft gibt sich Google leider nicht besonders kooperativ.

Google Analytics in der Suchmaschine

Die Daten einer Keyword-Recherche sind ziemlich eindeutig. Google Analytics erregt die Gemüter. Die Datenkrake Google und der Datenschutz. Als Keyword-Ideen gibt das Keyword-Tool von Google zahlreiche negativ gestimmte Suchanfragen an:

  • „google analytics datenschutz“
  • „google analytics deaktivieren“
  • „google analytics blocken“
  • „google analytics ausschalten“
  • „google analytics datenschutzerklärung“
  • „google analytics blockieren“
  • „google analytics abschalten“

Google Analytics und der Datenschutz

Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht überprüfte erst kürzlich über 2.400 bayerische Websites auf den datenschutzkonformen Einsatz von Google Analytics. Ergebnis: 97% weisen datenschutzrechtliche Mängel auf. Lange Zeit problematisch bis unzulässig kann Google Analytics mittlerweile konform zu Datenschutz in Deutschland eingesetzt werden. Dazu sind folgende Punkte zu beachten:

  1. Altes Google Analytics Konto löschen | Neues Konto anlegen.
  2. IP-Anonymisierung im Tracking Code einfügen.
  3. Hinweis auf die Verwendung von GA auf der eigenen Website.
  4. Hinweis auf die Möglichkeit Google Analytics zu deaktivieren.
  5. Ein Vertrag mit Google muss abgeschlossen werden.

Google Analytics rechtlich absichern

Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht hat eine umfangreiche Webseite zum Thema Google Analytics erstellt. Hier erfahren Sie alle Schritte um das Programm Google Analytics datenschutzkonform (beanstandungsfrei) einzusetzen.

Google Analytics und die Technik

Die Technik von Google Analytics basiert auf drei Bausteinen. Sobald User Javascript abschalten, können sie nicht mehr erfasst werden. Da Javascript eine immer größere Bedeutung auf Webseiten erhält (Stichwort AJAX), ist das ein seltenes Problem. User, die Ihren Verlauf mit samt der Cookies regelmäßig löschen, können nicht als wiederkehrende Besucher gezählt werden. Der Zählpixel übermittelt die gewonnen Daten an den Google-Server.

  • Javascript.
  • Browser-Cookie.
  • Zählpixel.

Ein Tracking-Code muss in Punkto Datenschutz manuell ergänzt werden. Ob Google tatsächlich eine IP-Anonymisierung sofort vornimmt darf bezweifelt werden. Zum einen können Anwender von Google Analytics IP-Adressen ausschließen (relevant um eigene Besuche nicht zu zählen), zum anderen liefert Google Analytics im Bereich Besucher > Technologie > Werbenetzwerk sehr interessante Daten: Die Internetanbieter der Besucher. Darunter finden sich auch Firmen mit fester IP-Adresse. Wir müssen also Google vertrauen, dass diese IP-Adressen nach der DNS-Abfrage gelöscht werden.

Google Analytics deaktivieren

Das Tracking hat nicht nur Freunde. Aufgrund der vielen erhobenen Daten könnten beteiligte Firmen umfangreiche Profile erstellen. Die Daten aus Google Analytics sind also abhängig von der Zielgruppe unter Umständen recht ungenau. Je höher der Anteil derer wird, die Google Analytics blockieren, desto geringer fällt der Nutzen von Google Analytics aus. Da das Thema Datenschutz in Deutschland sehr populär ist, dürften die Google Analytics Daten unter diesem Umstand leiden.

Google Analytics ist kostenlos – wirklich?

Für die Nutzung des Google Dienstes bezahlen Sie nicht mit Geld, sondern mit Ihren Daten, bzw. den Nutzungsdaten Ihrer Domain. Inwieweit Google diese Daten wieder für den Google Algorithmus auswertet ist nicht bekannt. Sie geben jedoch einen sehr tiefen Einblick in die Nutzung Ihrer Webseiten. Google Analytics ist demnach nur oberflächlich betrachtet kostenlos. Hinzu kommt die Arbeitszeit. Ein nicht zu unterschätzender Faktor, da Google Analytics kein einfaches Programm ist.

Google Analytics Alternativen

Google Analytics ist mittlerweile ein sehr umfangreiches und komplexes Programm. Für viele Anwender ist die Software überdimensioniert. Einige Unternehmen möchten sich nicht mit Google einlassen und vertrauen auf kommerzielle Anbieter.

Veröffentlicht von

Philip Hoevels

Akademieleitung Wildner AG Qualitätsmanagement Online Marketing

Ein Gedanke zu „Google Analytics | Gut oder böse? Eine Bestandsaufnahme“

  1. Webalizer ist seit Jahren unverändert, bei praktisch jedem Provider im Angebot inbegriffen – und immer noch gut. Die Graphiken sind farbenfroh und zeigen auf den ersten Blick, was man sehen will: Besucher, Besucher, Besucher. Apropos: Die Besucher sind „Visits“ – nicht zu verwechseln mit „Sites“ – das ist was anderes. Mit etwas Aufbohren lässt sich allerhand mehr in Erfahrung bringen, allerdings nicht mehr so schön in Form von Graphiken, sondern als endlose Zahlenkolonnen, die dem Unbedarften wenig sagen, dem Profi mit Werkzeug und geschultem Auge aber sehr viele Details eröffnen, etwa wieviele Besucher mit welchem Handy zugegriffen haben usw.

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